Archiv für Dezember 2007
Wie werben Druckereien? Folge 1
These 1: Druckereien werben gar nicht!Früher wurde eine Druckerei vorstellig, brachte Muster mit, die wir gemeinsam erfühlten, mit Typometer und Fadenzähler bei Normlicht betrachteten. Wir tauschten uns über hochpigmentierte Farben, die Kompensation des Punktzuwaches bei offenen Papieren, Veredelungstechniken, neue Papiere aus, empfahlen einander unsere Partner. Kurzum: Wir lernten uns kennen, fachsimpelten und wenn die Chemie stimmte (im Druck wie im Zwischenmenschlichen), war das der Beginn einer langjährigen Partnerschaft.
Heute erhalte ich halbpersonalsierte und vollstandardisierte Anfragen per E-Mail. Die Argumente sind schwach, beliebig und austauschbar:
- Wir agieren überregional für namhafte Kunden verschiedener Branchen.
- Wir bieten klassischen Offsetdruckauf und Digitaldruck an.
- Wir haben großformatige und mehrfarbige Maschinen und alle Formen der Weiterverarbeitung.
- Wir bieten alles aus einer Hand.
Die Anfrage schließt mit der Aufforderung, ich möchte mich doch bei der Druckerei melden und einen Auftrag platzieren. Man sieht meinem »Auftrag mit Interesse entgegen«. Dabei habe ich gar keinen Auftrag. Und nun auch gar kein Interesse mehr …
Wie machen Sie es? Wie sprechen Sie Ihre Kunden an? Welches sind Ihre Vertriebsargumente? Wie unterscheiden Sie sich vom Wettbewerb?
Ihre Antworten oder ideale Antworten in Bälde …
Schönes neues Web? Verlage zwischen web 1.0 und web 3.0.
Sind Verlage, und ich meine speziell Fach- und Wissenschaftsverlage, schon state-of-the-art?Oder schüren die aktuellen Veröffentlichungen und Diskussionen über die »Verlage 3.0« nicht noch zusätzlich – und unnötigerweise – die bereits verbreitete Unsicherheit?
Der Kollege Ehrhardt F. Heinold, Geschäftsführer bei Heinold, Spiller und Partner, hatte das brisante Thema web 2.0 schon zur Buchmesse erfolgreich besetzt und mit dem »Forum Innovation« zahlreiche Interessenten erreicht. Die Zukunft der Verlage müsse darin liegen, Netzwerke zu organisieren, Communities zu formen. Hier habe der Verlag, wie auch aus einem Interview mit dem buchreport.magazin hervorgeht, sich der aktuellen technischen Entwicklung und dem geänderten Medienverhalten der Kunden anzupassen.
»Verlage haben die Zeichen der Zeit nicht erkannt, weil sie in Content, aber nicht in Kundenbedürfnissen gedacht haben«, so provoziert Heinold. Mag er damit die Verlage für das Thema auch sensibilisieren wollen, mir geht es für mein Verständnis etwas zu weit.
Zum einen bin ich mit der Steigerung Verlag 1.0, 2.0 und 3.0 nicht einverstanden. Der Superlativ mündet mit »Verlag 3.0« in einer Definition, die mit den verbreiteten Begrifflichkeiten zu web 2.0 bricht. Verlag 2.0 wäre die zutreffendere und verständlichere Bezeichnung gewesen. Diese benutzt Heinold jedoch für die Verlag, die sich des web 1.0 bedienen (CMS, CRM, e-paper, Foren), aber noch kein 2.0»Mittmachangebot« bereithalten. Und der Verlag 1.0 schließlich ist nach seiner Definition der klassische Printverlag.
Zum anderen hat Heinold in seinen Betrachtungen einen wichtigen Aspekt nicht berücksichtigt, und zwar das Verhalten der Verlagskunden. Das sind neben Buchhandel, Multiplikatoren, Presse, gerade im Wissenschaftsbetrieb die universitären und außeruniversitären Einrichtungen, und schließlich die Nutzer der Medien. Letztere formieren sich erst in jüngerer Zeit (wenn wir vom hochwissenschaftlichen oder technischen Netzwerker, der das Internet von Anfang an als Netzwerk nutzte, absehen) in virtuellen Communities und tauschen dort sich und ihre Lesezeichen, Bilder, Wissen, Dokumente, Kontakte untereinander aus.
So auch neuerdings in innovativen und richtungweisenden Vorhaben wie zum Beispiel der Wissenscommunity scilink.com oder der »Knowledge Sharing, Collaboration and Networking Platform – Insightory« oder schließlich in der von Elsevier eben installierten »science bookmarking site« 2collab.com, in der neben Favoriten auch Bibliografien von (Fach)Veröffentlichungen (mit)geteilt werden können. Diese Leser schätzen aber auch Konsistenz, in der ihre Verlage in der Vergangenheit qualitativen, relevanten und differenzierten Content aufbereiteten. Das Thema »User Generated Content« hingegen steht ja in einem paradoxen Verhältnis dazu und dem Anspruch der Fachverlage.
Oder kurz: da gibt es Zielgruppen, die fürchten Veränderungen wie der Belzebub geweihtes Wasser. Die Verlage wissen um die Chancen, die aktuelle Community- oder Bloglösungen in der Kundenbindung darstellen. Ihre Unsicherheit besteht in diesem Bereich weniger in der Planung als vielmehr in der Sorge, ihren Zielgruppen einen adäquaten Nutzen generieren zu können.
Der Verlag 3.0, so schließt Heinold, habe nicht mehr den Content, sondern vor allem den Kunden in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen zu stellen.
Ich behaupte, der Verlag der Zukunft, und das ist der Verlag 2.0, hat beides zusammenzuführen. Den Kunden und den Content. Punktgenau und zeitnah.
Ein schönes Buch ist wie ein Schmetterling …
… »leicht liegt es in der Hand, entführt uns von einer Blüte zu nächsten und lässt den Himmel ahnen« so zitiert die Homepage der Stiftung-Buchkunst Lao-Tse.
Eben prämierte die Stiftung die schönsten deutschen Bücher des Jahres 2007. Insgesamt 45 Werke erhielten im Wettbewerb um die schönsten deutschen Bücher eine Prämierung, weitere 16 Bücher eine Anerkennung. 467 Einsender hatten 1056 Bücher eingereicht.
Die »ausgezeichneten« Bücher werden zunächst in der Zentralbibliothek der Hamburger Öffentlichen Bücherhallen präsentiert. Ausstellungseröffnung ist dort am 1. Februar 2008. Dann gehen die Kollektionen auf eine Wanderausstellung. Termine und Standorte sind dem Kalender auf der Webseite der Stiftung zu entnehmen.
Eine übersichtliche Auszeichnungsliste der Stiftung Buchkunst steht auf dem Onlineangebot des Buchmarkts zum Download.
Papierpreise steigen
Schneidersöhne und Papier Union haben Preiserhöhungen zum Jahreswechsel angekündigt. Diese können bis zu 8 Prozent betragen.
Als Gründe hierfür führen die Sortimenter die Preiserhöhungen der Papierhersteller und die allgemeine Kostenentwicklung an. Vor allem seien die massiv gestiegenen Energiekosten und die steigenden Preise für den Rohstoff Holz verantwortlich. »Aufgrund stetig sinkender Margen und weiter steigender Kosten für Transport und Energie sind wir leider gezwungen, diese Preiserhöhungen an unsere Kunden weiterzugeben«, so die Papier Union, die Preiserhöhungen bis zu 6 Prozent ankündigt.
Schneidersöhne kündigt an, die Preiserhöhung entsprechend des jeweiligen operativen Aufwandes weitergeben zu wollen. Das könne im Einzelfall bis zu 8 Prozent betragen.
Fedrigoni mit erweitertem Vertriebsnetz
Fedrigoni Deutschland eröffnet einen Lagerstandort in Hamburg und einer neuen Repräsentanz in Berlin.Wie eben Print und Produktion berichten, hat der italienische Feinpapierhersteller Fedrigoni Deutschland GmbH – wie bereits im Juli 2007 angekündigt – das eigene Vertriebsnetz in Deutschland erweitert. Ab Januar 2008 ist Fedrigoni neben der Hauptniederlassung in München und den Niederlassungen in Düsseldorf und Frankfurt in zwei weiteren Städten vertreten: In Hamburg mit eigenen Mitarbeitern und einem neuen Lagerstandort für Nord- und Ostdeutschland sowie in Berlin. Durch die zusätzlichen, neuen Mitarbeiter vor Ort soll die direkte und persönliche Betreuung beim Kunden verbessert werden. Durch das neue Lager in Hamburg wird eine schnellere Lieferung von Lagerware nach Nord- und Ostdeutschland gewährleistet.
[Print & Produktion - 3.12.2007]
Neue Qualität im Sortiment von Gmund
Über die neueste Produktentwicklung aus dem Labor der Büttenpapierfabrik Gmund berichtet das VALUE Magazin. Demnach besitzt STONE Robust eine »magische« Papieroberfläche, die flüssige oder fettige Substanzen nicht sofort ins Papier eindringen lässt. Dennoch sei es ein echtes Papier mit einladender Griffigkeit, ohne Plastifizierung oder Laminierung.
Zur Haptik gesellen sich harmonische Papierfarben und eine steinähnliche Struktur in vielen Färbungen, darunter auch in Magenta (»Ruby«). »Brilliant« oder »Diamond« besitzen jeweils ein glänzendes Finishing. Schließlich runden ein klassisches »Grau«, »Schwarz« sowie elegantes »Dunkelblau« das Farbspektrum ab.
Das Papier gibt es in allen Farben mit und ohne »Robust«-Oberfläche bis zu einem Kartongewicht von 300 g/m². In Weiß und Chamois ist es sogar in 5 verschiedenen Flächengewichten bis hin zu einem schimmernden Kartongewicht von 310 g/m² und passenden Briefhüllen erhältlich. In 100 g/m² ist STONE Laser- und Inkjet-geeignet.
Weitere Infos unter: www.gmund.com